Die weltbekannten Regensburger Domspatzen sind der wahrscheinlich älteste Knabenchor überhaupt. Vor über 1.000 Jahren, im Jahr 975, gründete Bischof Wolfgang eine eigene Domschule, die neben dem allgemeinbildenden Unterricht besonderen Wert auf die musikalische Ausbildung legte. Den Schülern war der liturgische Gesang in der Bischofskirche übertragen.

Bis heute liegt die Hauptaufgabe der Regensburger Domspatzen in der musikalischen Gestaltung der Gottesdienste im Regensburger Dom. Sie sind der Domchor der Diözese Regensburg. Während der Schulzeit und an den Hochfesten der katholischen Kirche singen sie jeden Sonntag in der Kathedrale. Neben dem Chor des Domkapellmeisters gibt es zwei weitere Chöre mit je eigenen Chorleitern. Das umfangreiche musikalische Repertoire der Domspatzen reicht von den ältesten Gesängen der Kirche, dem Gregorianischen Choral, über die Vokalpolyphonie des 16. Jahrhunderts mit Werken Palestrinas, Lassos und Hasslers, den Barock und die Romantik bis hin zum Volkslied und Werken zeitgenössischer Komponisten.

Seit September 2019 ist Christian Heiß Domkapellmeister in Regensburg und damit Chef der Regensburger Domspatzen. Heiß ist 1967 geboren und war selber Domspatz. Er absolvierte nach dem Abitur das Studium der Kirchenmusik mit dem Fach Orgel an der Musikhochschule in München, unter anderem bei Franz Lehrndorfer. Seine Studien beendete er mit dem Kirchenmusik-A-Diplom und dem Meisterklassendiplom in Orgel. 1999 wurde er zum Domorganisten in Eichstätt berufen. 2002 wechselte er in der Nachfolge von Professor Wolfram Menschick in das Amt des Eichstätter Domkapellmeisters. In dieser Funktion leitete er die Chöre der Eichstätter Dommusik (Domchor, Schola Gregoriana und Jugendkantorei). Zusätzlich trug er als Diözesanmusikdirektor und Leiter des Amtes für Kirchenmusik die Verantwortung für die diözesane Kirchenmusik im Bistum Eichstätt.

Zum Campus der Domspatzen gehören neben dem Chor- und Stimmbildungsbereich auch eine Grundschule, ein Gymnasium und ein Internat. Ganztagsbetreuung ist seit Jahrzehnten selbstverständlich. Zur Schulausbildung gehört auch der Unterricht in mindestens einem Instrument.